Lexikon
Großräumige Bewegungsabläufe des Körpers.
Die zwei großen Teile des Gehirns, welche oberhalb des Hirnstamms liegen. Die Hemisphären setzen die Verarbeitung von Sinneseindrücken, die in den niedriger gelegenen Hirnebenen aufgenommen werden, fort und tragen zur Auslösung willkürlicher Bewegungsreaktionen und zum Verhalten eines Menschen bei.
Die äußere Schicht der Großhirnhemisphären. Sie enthält Bereiche für die sehr genaue Verarbeitung von Sinneseindrücken, besonders visueller und auditiver Details sowie der Körperempfindungen. Sie steuert darüber hinaus die feineren willkürlichen Körperbewegungen und die Sprache. Sie ist auch beteiligt an Denkprozessen, geistigen Abwägungen und Zielen.
Der unterste und verborgen gelegene Hirnteil. Der Hirnstamm enthält Kerne, welche Funktionen der inneren Organe des Körpers regulieren sowie den Wachheitsgrad des gesamten Zentralnervensystems und die elementare Verarbeitung sensomotorischer Vorgänge steuern.
Erhöhte Muskelspannung.
Niedrige Muskelspannung.
Einordnung in das Gesamtkonzept.
Kinästhetisches System (Tiefensensibilität oder propriozeptive System)
Wahrnehmung von Gelenkpositionen sowie von Bewegungen am Körper über Gelenkrezeptoren und Muskelspindeln. Das kinästhetische System gibt den "Spannungszustand" des Stütz- und Bewegungsapparates über das Rückenmark weiter an den Hirnstamm, das Kleinhirn und den Cortex. Diese "Dauerinformationen", die uns zumeist nicht bewußt sind, betreffen Zug, Druck und Winkelveränderung an den Gelenken, sowie Streckung und Zusammenziehen der Muskeln. Eine intakte Tiefensensibilität ermöglicht erst den Erwerb eines harmonischen Körperschemas. Eine ständige und exakte Rückmeldung über Muskelspannung und Gelenkstellung ist notwendig, vor allem zum Ausführen der unbewußt-geplanten Bewegung, wie z. B. Gehen, Essen, Waschen Anziehen usw.. Menschen, die in ihrer kinästhetischen Wahrnehmung behindert sind, sind vermehrt auf optische Kontrolle angewiesen.
Der Teil des Gehirns, welcher der Rückseite des Hirnstamms anliegt. Er verarbeitet propriozeptive und vestibuläre Empfindungen, die dazu beitragen, Körperbewegungen exakt ausführen zu können. Das Kleinhirn verarbeitet darüber hinaus alle anderen Arten von Empfindungen.
Das faktische Kennen und Wissen des eigenen Körpers, der Körperteile und deren Funktionen und das Zusammenwirken. Das Vorhandensein des Körperbegriffs deutet nicht unbedingt auf ein intaktes Körperschema hin.
Alle auf den Körper bezogenen Empfindungen. So, wie ich den Körper fühle. Ein Selbstbildnis sagt viel über das Körperimago aus.
Die Wahrnehmung, die eine Person von ihrem eigenen Körper hat. Sie setzt sich zusammen aus den Sinneseindrücken des Körpers, die in Form von Landkarten im Gehirn gespeichert werden. Sie wird auch Körperschema , Körperabbild oder das Nervenmodell des Körpers genannt.
Das innere Planen sowie das willentliche und unwillkürliche Ausführen von Bewegungen. Das Gehirn erhält durch Verknüpfen und Verarbeiten von Sinneseindrücken ein Bild des Körpers. Es entsteht eine Art Landkarte des eigenen Körpers. Je genauer die Landkarte bzw. das Körperschema ausgeprägt ist, desto größer ist das Repertoire an Bewegungsmustern, auf die man zurückgreifen kann. Alltägliche Bewegungsmuster werden automatisiert und brauchen nicht mehr bewußt durchgeführt werden.
Das gleichzeitige Zusammenziehen aller Muskeln, die an einem Gelenk ansetzen und dieses dadurch stabilisieren.
Feinabgestimmtes Zusammenspiel von Muskelgruppen und Körperteilen.
Eine sehr kompliziert aufgebaute knöcherne Struktur des Innenohrs. Es enthält sowohl die Sinnesorgane für das Gleichgewichtssystem als auch für das Gehör.
Die bevorzugte Verarbeitung bestimmter Prozesse in einer Großhirnhemisphäre. Bei den meisten Menschen werden räumliche und musikalische Wahrnehmungsmuster effektiver in der rechten Großhirnhemisphäre verarbeitet, während die linke Hemisphäre bevorzugt Wortbildungs- und Denkprozesse berücksichtigt.
Lateralität ist ein Sammelbegriff vor allem für unsymmetrisch verteilte Hirnfunktionen beim Menschen.
Die Schwierigkeit, lesen, schreiben und rechnen zu lernen oder die Schulaufgaben zu bewältigen, sofern diese nicht auf ein schlechtes Seh- oder Hörvermögen oder aber eine geistige Entwicklungsverzögerung zurückzuführen ist.
Die Änderung der Nervenfunktion als Folge erlebter Erfahrungen.
Diejenigen Teile des Gehirns, die sich mit gefühlsbedingtem Verhalten und Gefühlsreaktionen aus Sinneseinwirkungen befassen. Das Limbische System erhält und verarbeitet Reizeinwirkungen von allen Sinneskanälen.
Ganzkörperliche Bewegungsmuster des Neugeborenen.
Minimale cerebrale Dysfunktion, leichte Hirnfunktionsstörung.
Die vom Gehirn selbst durchgeführte Regulation seiner eigenen Aktivität. Die Modulation beruht auf einer Bahnung bestimmter Nerveninformationen, um eine ausgeprägtere Wahrnehmung oder Reaktion zu erzielen, oder aber auf einer Hemmung anderer Reizeindrücke, um außergewöhnliche Aktivitäten zu dämpfen.
Bewegungsabläufe unterteilt in Fein- und Grobmotorik.
Eine durch Zusammenziehen oder Erschlaffen eines Muskels oder von Muskelgruppen ausgelöste Bewegung betreffend. Dabei muß das Zusamenziehen einer Muskelgruppe synchron mit dem Erschlaffen der entgegengerichteten Muskelgruppe erfolgen. Hierfür ist eine genau abgestimmte Dosierung des Spannungszustandes (Tonus) eines jeden Muskels die Voraussetzung.
Motorisches Planen (Bewegungsplanung)
Die Fähigkeit des Gehirns, sich eine Folge ungeübter Handlungen vorzustellen, ihren Bewegungsablauf zu ordnen und auszuführen. Man spricht auch von Praxie (vgl. Apraxie und Dyspraxie).
Tastsinn (Taktiles System), Gleichgewichtssinn (Vestibuläres System) und Bewegungssinn (Propriozeptives System) und Geschmackssinn.
Eine Serie automatischer Hin- und Herbewegungen der Augen. Es handelt sich um einen Reflex, der durch unterschiedliche Vorgänge ausgelöst werden kann. Der übliche Weg, ihn auszulösen, beruht auf einem plötzlichen Abbremsen des Körpers nach einer Serie rascher Körperdrehungen. Die Dauer und Gleichmäßigkeit des "postrotatorischen" Nystagmus sind Anhaltspunkte, um eine Leistungsschwäche des Gleichgewichtssystems erkennen zu können.